Wie wir arbeiten
Drei kurze Sätze, die intern mehr entscheiden als jede Stellenbeschreibung — und die Regeln, die daraus folgen.
Wir haben irgendwann aufgehört, unsere Kultur in Werte-Listen zu fassen, die an der Wand hängen und sonst nichts tun. Übrig geblieben sind drei Sätze. Sie sind kurz genug, um sie im Alltag zu benutzen — etwa dann, wenn jemand fragt, ob er etwas einfach entscheiden darf.
Unser Handbuch beschreibt uns als „nicht perfekt, aber ehrlich, direkt und lernfähig". Das trifft es.
Sei du.
Wir stellen Menschen ein, keine Rollen. Wie du lebst, wen du liebst, woran du glaubst und wie du aussiehst, ist bei uns keine Frage — nicht im Gespräch, nicht danach. Was wir uns von dir wünschen, ist, dass du hier derselbe Mensch bist wie draußen. Wer sich im Job verstellt, hält das ein paar Monate durch. Danach merkt es jeder.
Dazu gehört, dass es bei uns keine Angst-Zone gibt. Niemand muss sich scheuen, etwas zu fragen, einen Fehler zuzugeben oder Hilfe zu holen. Wer das doch tut, hat meist woanders gelernt, dass es klug sei. Hier ist es das nicht.
Denk weiter.
Bei uns bekommt niemand eine fertige Anleitung für alles. Du bekommst ein Ziel, die nötigen Mittel und die Freiheit, den Weg selbst zu wählen. Wenn wir dir eine Aufgabe geben, erklären wir zuerst das Warum, daraus folgt das Was — und das Wie entscheidest du. Das setzt voraus, dass du Fragen stellst, bevor sie jemand beantwortet, und dass du dir Dinge beibringst, die noch niemand von dir verlangt hat.
Es gibt bei uns keine dumme Frage. Es gibt nur die, die man aus Angst nicht gestellt hat — und die kostet hinterher immer mehr.
Zwei Regeln machen das konkret. Die 30-Minuten-Regel: Wenn du dich eine halbe Stunde an einem Problem festgebissen hast, holst du jemanden dazu. Oft löst sich die Sache schon, während du sie erklärst. Und umgekehrt: Wer gefragt wird, hilft — ebenfalls bis zu dreißig Minuten, danach hängt ihr zu zweit fest und braucht einen Dritten.
Die 1-3-1-Regel: Wer mit einem Problem zur Geschäftsführung kommt, bringt es beschrieben mit, ohne Schuldigen, dazu drei mögliche Lösungen und eine davon als Empfehlung mit Begründung. Nicht, weil wir uns die Arbeit sparen wollen — sondern weil du dann schon entschieden hast und wir nur noch nicken müssen.
Das gilt in beide Richtungen: Wenn du findest, dass wir etwas falsch machen, sag es. Wir haben mehr aus offenen Widersprüchen gelernt als aus stiller Zustimmung.
Trag mit.
Freiheit ohne Verantwortung ist Beliebigkeit. Wer bei uns selbst entscheidet, steht auch für die Entscheidung gerade — vor dem Kunden, vor dem Team, vor sich selbst. Das ist der Preis für die Freiheit, und wir halten ihn für angemessen.
Konkret heißt das: Du sprichst mit Kunden direkt, ohne dass jemand dazwischen sitzt. Du übernimmst Systeme, an denen etwas hängt. Du dokumentierst, was du tust, so, dass ein Kollege während deines Urlaubs weiterarbeiten kann — Inselwissen ist bei uns keine Sicherheit, sondern ein Risiko. Und wenn etwas schiefgeht, sagst du es sofort.
Fehler passieren; der Umgang damit macht den Unterschied. Zuerst wird gelöst, nicht gefragt, wer schuld ist. Danach schauen wir gemeinsam, wie es dazu kam und was künftig anders läuft. Gefährlich sind nur zwei Sorten Fehler: die verschwiegenen und die wiederholten.
Was das von dir verlangt
Diese drei Sätze klingen bequem, sind es aber nicht. Sie verlangen, dass du ohne Anleitung anfängst, dass du Feedback aushältst und gibst, und dass du dich ohne Aufforderung weiterentwickelst. Wer einen Ort sucht, an dem er Vorgaben abarbeitet und um 17 Uhr den Kopf abschaltet, findet hier keinen. Das ist keine Wertung. Es ist nur nicht das, was wir sind.
Und sie verlangen, dass du mit direkter Sprache umgehen kannst. Wir sind norddeutsch: kurz, klar, ohne Umweg. Das ist nie persönlich gemeint — aber wer eine Rückmeldung braucht, die in Watte kommt, wird sich hier erst einmal wundern.
Wenn es das ist, was du suchst, dann steht unter So läuft die Bewerbung, wie es weitergeht.