So läuft die Bewerbung
Fünf Stufen, in dieser Reihenfolge, für jeden. Damit du vorher weißt, worauf du dich einlässt.
Wir haben den Ablauf bewusst festgelegt und halten uns daran — auch dann, wenn uns jemand auf Anhieb gefällt. Gerade dann. Die Erfahrung sagt, dass der erste Eindruck bei Einstellungen der unzuverlässigste ist.
1. Deine Mail
Schick deinen Lebenslauf an jobs@sjt.de. Mehr braucht es nicht. Zeugnisse kannst du mitschicken, ein Anschreiben musst du nicht schreiben — wenn du uns etwas mitteilen willst, tu es in der Mail selbst, in deinen Worten.
Was wir im Lebenslauf lesen: ob ein roter Faden drin ist, und ob Lücken erklärt sind. Lücken selbst sind kein Problem. Unerklärte schon eher.
Du hörst innerhalb von drei Werktagen von uns. Nicht mit einer automatischen Eingangsbestätigung, sondern mit einer Antwort, die jemand geschrieben hat. Wenn es nicht passt, sagen wir das ebenfalls — kurz, ohne Floskeln, ohne Wartezeit.
2. Ein Telefonat, zwanzig Minuten
Wenn deine Unterlagen passen, rufen wir an. Gern nach 17 Uhr, damit du nicht neben deinem jetzigen Arbeitgeber telefonieren musst.
Wir stellen dabei allen Bewerbern dieselben Fragen im selben Wortlaut. Das klingt förmlich, ist aber fair: So vergleichen wir Antworten, nicht Sympathien. Und du darfst das Gespräch jederzeit beenden, wenn du merkst, dass es nichts wird — wir auch. Das sagen wir am Anfang, damit es niemand als Unhöflichkeit missversteht.
3. Das Gespräch, nie unter vier Augen
Den Termin legen wir so, dass du bei deinem jetzigen Arbeitgeber nicht fehlen musst — auch abends. Du bekommst von uns Zeitfenster statt eines einzelnen Vorschlags, und du suchst dir das aus, das dir passt.
Von uns sitzen immer zwei Personen dabei, meist 45 bis 60 Minuten. In der Regel führt Tatjana das Gespräch, und Sven hört zu — wer am Ende entscheidet, soll beobachten können, statt zu moderieren. Wir duzen uns von der ersten Minute an, und wir schreiben mit; das sagen wir dir vorher. Was es bei uns nicht gibt: Stressfragen, Assessment-Center und Aufgaben, die mit dem Job nichts zu tun haben. Du musst niemanden beeindrucken. Du sollst uns zeigen, wie du denkst.
Der Ablauf ist immer derselbe: Erst erzählst du, wir hören nur zu. Dann kommen Fragen, von denen du einige aus dem Telefonat wiedererkennen wirst — sie stellt diesmal jemand anders, und wir schauen, ob die Antworten zusammenpassen. Dann ein kurzer Praxisfall, etwa: Ein Kunde ruft an, die Wiederherstellung läuft seit drei Stunden und ist nicht fertig. Was fragst du zuerst? Uns interessiert, wie du denkst, nicht, ob du die richtige Zahl kennst.
Danach stellen wir SJT vor, so wie es ist — mit den Seiten, die unter Was gegen uns spricht stehen, und mit dem, was die Rolle ausdrücklich nicht beinhaltet. Wir halten uns dabei kurz: Achtzig Prozent der Zeit sollst du reden, nicht wir. Und am Ende gehört dir ein fester Block für deine Fragen, den wir nie streichen und nie auf später vertagen.
Eine Zusage bekommst du an diesem Tag nicht, eine Absage auch nicht. Wir schlafen darüber und sagen dir vorher, wann genau wir anrufen.
4. Ein Tag bei uns
Bevor wir uns entscheiden, verbringst du einen Tag im Haus. Vormittags in einem Bereich, nachmittags in einem anderen, mittags mit dem Team — ohne Geschäftsführung am Tisch, damit du die Fragen stellen kannst, die man dem Chef nicht stellt.
Zwei Dinge dazu, damit es keine Missverständnisse gibt: Du arbeitest an diesem Tag nicht, du schaust zu — das ist rechtlich so vorgeschrieben, und wir halten uns daran. Und du investierst dafür einen Urlaubstag. Das wissen wir, und deshalb gehst du nicht mit leeren Händen nach Hause, egal wie es ausgeht.
Am Abend entscheidet das Team mit. Wenn auch nur eine Person aus dem Team sagt, es passt nicht, dann passt es nicht. Wir haben lieber eine unbesetzte Stelle als eine falsch besetzte — für dich gilt das übrigens genauso.
5. Zusage, Vertrag, Anfang
Eine Zusage bekommst du am Telefon, von Tatjana oder Sven persönlich — nie per Mail, nie auf die Mailbox. Danach schicken wir dir den Arbeitsvertrag zum Lesen, bevor du irgendetwas unterschreibst, und gehen ihn gemeinsam durch. Was drinsteht, ist verhandelbar — wir wollen, dass du es verstanden hast, nicht, dass du es schnell unterschreibst.
Zum Vertrag gehören: 30 Tage Urlaub und zwei Joker-Tage, ein Weiterbildungsbudget, eine Homeoffice-Regelung, das Abfeiern von Überstunden und eine Probezeit von drei Monaten. Den unterschriebenen Vertrag hast du spätestens am Tag vor deinem ersten Arbeitstag in der Hand, nie danach.
Deine ersten hundert Tage
Zwischen Unterschrift und erstem Tag bekommst du Zugang zu unserem Wiki und Lesestoff: wie SJT funktioniert, was wir verkaufen, wie wir am Telefon und im Ticket reden. Echte Aufgaben gibt es vor dem ersten Tag keine — auch das ist eine Rechtsfrage, und wir halten uns daran.
Am ersten Tag steht dein Arbeitsplatz fertig, um 09:06 Uhr bist du im Daily Huddle dabei, mittags gibt es Pizza mit dem Team. Du bekommst einen Paten aus dem Team, der nicht dein Vorgesetzter ist — damit du jemanden hast, den du alles fragen kannst, ohne dass es bewertet wird. Dazu einen Einarbeitungsplan mit Zielen für drei, sechs und zwölf Monate, und einmal die Woche ein Feedbackgespräch. In dem fragen wir dich übrigens jedes Mal, was dir bei uns auffällt: Der frische Blick von außen verschwindet nach ein paar Wochen, und solange er da ist, ist er wertvoll.
Nach drei Monaten endet die Probezeit, und wir setzen uns zusammen — mit dem Team, nicht nur mit dir. Danach beginnt der Teil, in dem man sich sicher fühlt. Wir wissen, dass sich da zeigt, wer jemand ist. Das gilt für uns genauso.
Was mit deinen Daten passiert
Wir kontaktieren deinen aktuellen Arbeitgeber nicht, in keiner Phase. Wir schauen dich höchstens in beruflichen Netzwerken an, nicht in privaten. Deine Unterlagen löschen wir sechs Monate nach Abschluss des Verfahrens — es sei denn, du sagst uns ausdrücklich, dass wir dich für später behalten dürfen. Diese Zusage kannst du jederzeit zurücknehmen.